Hybride Wärmeversorgung mit der eigenen PV-Anlage21.05.2020

Ökonomisch und ökologisch von Vorteil

Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen beim Heizen auf mehrere Energiequellen. So genannte Hybridsysteme verbinden zumeist eine erneuerbare Energie wie Solarkraft mit klassischen Brennstoffen wie Heizöl oder Gas. Dass sich der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen auf der Basis von Öl-Hybridsystemen mit vertretbarem Aufwand deutlich senken lassen, zeigt ein aktuelles Modellvorhaben.

Im mittelhessischen Alsfeld wurde Mitte 2018 in einem aus zwei 1956 und 1979 errichteten Gebäudeteilen bestehenden Zweifamilienhaus ein neuer, hybrider Wärmespeicher eingebaut. Dieser wird von einem Öl-Brennwertkessel und einer auf dem Wärmespeicher montierten Warmwasser-Wärmepumpe beheizt. Dazu kommt eine Photovoltaik (PV)-Anlage auf dem Dach des Gebäudes. „Diese Hybrid-Variante ermöglicht den rein bedarfsbasierten Betrieb der Wärmepumpe mit ansonsten ins Netz eingespeistem Solarstrom aus der hauseigenen PV-Anlage und damit eine besonders effiziente und ökonomisch attraktive Trinkwassererwärmung“, erklärt Christian Halper, Projektleiter beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO), das das Modellvorhaben initiiert hat. Stehe nicht genug hauseigener Öko-Strom zur Verfügung, komme das Brennwertgerät zum Einsatz.

 

Noch höhere Einsparung durch neuen Brennstoff

Durch den Einsatz innovativer treibhausgasreduzierter flüssiger Brennstoffe lassen sich die CO2-Emissionen ölbeheizter Gebäude künftig noch zusätzlich reduzieren. Um dies anschaulich zu machen und die Praxistauglichkeit solcher zukünftigen Brennstoffe aufzuzeigen, bringt das IWO diese bereits in zahlreichen Häusern testweise zum Einsatz – so auch im Alsfelder Gebäude. Der treibhausgasreduzierte Energieträger wurde dem klassischen Heizöl einfach beigemischt. Hergestellt wird er vorwiegend durch die Hydrierung von Reststoffen biogenen Ursprungs, wie etwa Altspeisefetten. Mit diesem neuen Mix im Tank reduziert das Alsfelder Gebäude seine CO2-Emissionen für die Strom- und Wärmeversorgung nun sogar um 60 Prozent beziehungsweise 7,3 Tonnen pro Jahr.

 

Quelle: Institut für Wärme und Oeltechnik

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